Salvador Dalí hinterliess in den acht Jahrzehnten seines künstlerischen Schaffens ein gigantisches Gesamtwerk.

Auf Grund seiner aussergewöhlichen Begabungen verstand er es sich in nahezu allen Bereichen der bildenden Kunst erfolgreich auszudrücken. So entstand eine beeindruckende Werkvielfalt.

Waren Aquarell, Papier und Bleistift seine ersten Ausdruckmittel, so entdeckte Dalí breits als Jugendlicher auch die Ölmalerei für sich und brachte es schon früh zu erstaunlichen Ergebnissen. Es folgten Kohle und Pastell. Anfänglich mehr Landschaften, bezog er bald auch figurative Elemente mit in seine Arbeiten ein; der Schritt zu ersten Portraits war dann nicht mehr weit. Interessante Ergebnisse brachte eine gründliche Einweisung in die Kunst der Druckgrafik. Noch bevor Dalí sein Studium an der Kunstakademie Madrid aufnahm, hatte er bereits die meisten Malstile durchprobiert, viele davon schon wieder "abgelegt".

Als nach Abbruch seiner Studien in Madrid immer häufigere Ausflüge in die Metropolen der Kunstwelt folgten, vervielfachten sich die Ausdrucksmittel, denen sich Dalí zunehmend erfolgreicher bediente: Gedichte, kleine Essais, Filme, Kollagen, Bühnendekorationen, erste plastische Arbeiten, ein Roman, frühe Memoiren. Seine Zeichen- und Maltechnik perfektioniert, konnte der junge Künstler nun in praktisch allen Techniken brillieren.

Es folgten erste "Happenings", Ballett- und Opernaufführungen nach Dalís Ideen samt Kostümen und Dekorationen. Zeichnungen, Aquarelle und Entwürfe als Auftragsarbeiten für die in den USA mehr und mehr aufblühende Werbe-Branche brachten Ruhm und Dollars. Später folgte Produktwerbung in Film und Fernsehen. Ausflüge in die Filmwelt Hollywoods liessen Entwürfe für Hitchcock und Disney entstehen.
 
 
   

 
 
 

Paris, New York und Hollywood, Film und Glamour brachten Dalí die Klientel für seine Juweelen-, Haute-Couture- und Innendekorations-Entwürfe. Vom Sitzmöbel bis zum Luxus-Parfum, von der Stehlampe bis zum Weltausstellungs-Pavillon, von Bronze-Plastiken bis zu Glas-Objekten, von Goldmünzen und Medaillen bis zur Briefmarke, - es gab fast nichts mehr, das Salvador Dalí nicht hätte entwerfen können. Aber neben allen Entwurfsarbeiten blieb er seiner Ölmalerei, seiner Zeichenkunst und seiner Aquarelltechnik treu.

Um der immer stärkeren Nachfrage nach seinen Arbeiten nachzukommen, nahm Dalí schliesslich die in frühen Jahren erworbenen Kenntnisse der Druckgrafik wieder auf, perfektionierte und ergänzte sie durch eigene neue Techniken, und bediente bald den internationalen Kunstmarkt mit einem riesigen druckgrafischen Oevre.

In den letzten Jahren seines Lebens musste Salvador Dalí allerdings erfahren, wie sich weltweit und lawinenartig, teils mit ursprünglicher Zustimmung, später mehr und mehr auch gegen seinen Willen, eine Reproduktions-Welle seiner Entwürfe, Vorlagen und Ideen bediente. Waren es anfangs die hohen Auflagen von Lithografien, Radierungen und Holzschnitte, die in den Kunstmarkt drängten, so waren es später Uhrenbänder, Badetücher, T-Shirts, Bettwäsche, Lutscher, Kugelschreiber, Bleistifte oder Radiergummis, auf denen sich Abbildungen seiner Gemälde, Entwürfe oder zumindest noch sein Namenszug wiederfanden.
 
 
   

 
 
 

So entstand ein wahrhaft "dalieskes Dickicht" aus hochkarätigen Unikaten, Druckgrafiken, Plastiken, Multiples und Konsumgütern, - so stehen heute millionenschwere museale Originale in grellem Gegensatz zu preiswerten Sammler-Stücken hoher Auflagen, - sind wertvolle Druckgrafiken von vieltausendfachen Reproduktionen abzugrenzen.
 
 
  "...ich weiss nie, ob ich reich oder arm bin - die Buchführung macht meine Frau."