Ausgabeform:
Postwertzeichen werden als Einzelwert oder als Satz mit verschiedenen Frankaturwerten mit meist unterschiedlichen Motiven herausgegeben. Aufgelegt werden sie entweder als Rolle oder als Bogen zu 10, 50 oder mehr Marken des gleichen Motivs. Häufig werden die Marken eines Satzes zusammengefasst als zusätzliche Blockausgabe aufgelegt. Zu besonderen Anlässen wird manchmal auch nur eine Blockausgabe ohne Bogen- oder Rollenauflage herausgegeben, - in einzelnen Fällen auch Blöcke mit nur einem Postwertzeichen. Blockausgaben sind als ganzer Beleg ebenso frankaturgültig wie daraus entnommene einzelne Werte. In einigen wenigen Fällen sind auch Blockausgaben ohne Frankaturgültigkeit erschienen.

Druck:
Der Druck von Postwertzeichen erfolgt nicht immer in den Ländern ihres späteren Erscheinens. So werden beispielsweise europäische Druckanstalten aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung und modernster technischer Ausstattung auch von aussereuropäischen Staaten zur Herstellung ihrer Postwertzeichen beauftragt. Entsprechend der Vorlage bzw. des Entwurfs eines geplanten Postwertzeichens wird, unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte, eine geeignete Drucktechnik ausgewählt. Für gezeichnete Vorlagen bei höchsten Qualitätsansprüchen eignet sich besonders der Stahlstich-Tiefdruck. Je nach Motiv wird man ansonsten Offset-, Buch- oder Raster-Tiefdruck wählen.

Stahlstich-Tiefdruck:
In eine Metallplatte (Kupfer = Kupferstich bzw. Stahl = Stahlstich) wird mit einem Stichel oder sonstigen Schabewerkzeugen das gewünschte Motiv in Originalgrösse des späteren Postwertzeichens eingraviert. Nach einer Härtung der fertigen Platte wird das gravierte Markenbild auf ein Stück Rundstahl (Molette) übertragen und so reliefartig geprägt. Von der gehärteten Molette wird das Markenbild weiter auf einen mit weichem Kupfer überzogenen Druckzylinder übertragen. Dieser wird durch Verchromung gehärtet und zeigt das Motiv seitenverkehrt und vertieft. Der eigentliche Druckvorgang geschieht mit angefeuchtetem Papier, das die zähflüssige Druckerfarbe aus den seitenverkehrten Vertiefungen des verchromten Druckzylinders löst und aufnimmt (Tiefdruck). Das Ergebnis nach Trocknen des Papieres sind qualitativ hochwertige Postwertzeichen mit besonders feinem Druckbild, das als leicht erhabenes Relief tastbar bleibt.

Offsetdruck:
Der Offsetdruck gehört zu den Flachdruckverfahren. Eine flexible Metallplatte wird seitenrichtig mit den gerasterten Markenmotiven präpariert und um einen Druckzylinder gespannt. Druckende und nichtdruckende Stellen liegen fast auf der gleichen Ebene und stossen nur durch die spezielle Präparierung ihrer Oberfläche entweder Wasser ab oder nehmen fettige Druckfarbe auf. Über einen Gummituchzylinder wird die Druckfarbe auf das Papier übertragen. Der Offsetdruck erlaubt grosse Massenauflagen dank seiner schnellen Arbeitsweise. Die fertigen Markenmotive sind in Tonwertabstufungen gerastert ohne rückseitig erkennbarer Prägung.

Buchdruck:
Der Buchdruck gehört zu den Hochdruckverfahren. Erhabene, eingefärbte, - und tieferliegende, farbfreie Bereiche des Druckstock werden mit hohem Druck gegen das Papier gepresst und ergeben so das fertige Markenbild. Durch den hohen Pressdruck ist meist eine rückseitige Prägung tastbar.

Raster-Tiefdruck:
Die Druckplatte beim Raster-Tiefdruck erhält auf photo-chemischem Wege durch Ätzung (Heliogravure) eine das Markenmotiv seitenverkehrt abbildende Oberfläche mit ihren zum Drucken notwendigen Vertiefungen. Der Druckvorgang benötigt nur sehr leicht angefeuchtetes Papier. Es wird gegen die photo-chemisch gravierte Druckplatte gepresst. Diese wurde vorher mit flüssiger Druckfarbe bestrichen. Alle überschüssige Farbe wird mittels Rakel abgestreift und entfernt. So bleiben nur die geätzten Vertiefungen in der Druckplatte farbgefüllt. Das angepresste Papier löst die Farbe aus den Vertiefungen und nimmt sie auf. Beim Raster-Tiefdruck ist die Oberfläche des Markenbildes nach der Trocknung des Papiers nicht als Relief tastbar wie beim Stahl-Tiefdruck.
 
 
 
 

Papier:
Für Postwertzeichen werden Papiersorten benutzt, die den drucktechnischen und späteren Anforderungen im Gebrauch qualitativ entsprechen. Als Sicherung gegen Fälschungen werden oft Papiere mit Wasserzeichen benutzt. Die am häufigsten verwendeten Papiersorten sind satinierte oder maschinenglatte Kunstdruck- oder Glanzpapiere oder Papiere mit gestrichener Kreideoberfläche, - faserhaltig oder nicht faserhaltig. Ebenso werden dünnere oder dickere Papiersorten verwendet, - kartonartige, durchscheinende, rauhe oder Papiere mit strukturierter Oberfläche (gerippt oder gestreift). Postwertzeichentaugliche Papiere müssen nicht immer reinweiss sein: Es gibt durchgefärbte und oberflächlich eingefärbte Papiere.

Gummierung:
Postwertzeichen werden durch Befeuchtung einer rückseitig aufgebrachten Klebeschicht (Gummierung) auf die zu versendende Postsache aufgeklebt. Die zur Herstellung von Postwertzeichen verwendeten Papiere werden fast immer vor dem Druck maschinell einseitig mit einer Gummierung versehen. Waren es früher meist Leime tierischen oder pflanzlichen Ursprungs (Gummi arabicum), werden heute nur noch Gummierungen aus Kunststoffen verwendet (PVA).
 
 
 
 

Zähnung:
Bogen, Rollen oder Blockausgaben sind zum besseren Trennen der einzelnen Postwertzeichen voneinander mit Perforationen versehen, der sog. Zähnung. Dabei ist zwischen Kammzähnung und Kastenzähnung zu unterscheiden:
= bei Kammzähnung werden Breiten- und Höhenzähnung einer Bogenreihe durch einen Arbeitsgang der Zähnungsmaschine ausgeführt.
= bei Kastenzähnung wird der ganze Bogen durch einen Arbeitsgang der Zähnungsmaschine ausgeführt; bei ihm sind die Eckzähne der einzelnen Marken daher gleichmässig.

Zähnungszahl:
Die Zähnungslöcher werden international auf 2 cm berechnet (z.B. gezähnt - gez. 12 heisst: auf 2 cm gehen 12 Zähnungslöcher)
Bei Zähnungsverschiedenheiten einer Marke (gemischte Zähnung) ist die erste Zahl die - waagerechte - Breitenzähnung, - die zweite Zahl die - Senkrechte - Höhenzähnung, - z.B.: gez. 14 1/2 : 15 bedeutet = in der Breite kommen auf 2 cm 14 1/2 Zähnungslöcher, - in der Höhe 15 Zähnungslöcher.
 
 
 
 

Ungebraucht - gebraucht:
Ungebrauchte Postwertzeichen, die noch im Zustand der Ausgabe am Schalter des Postamtes sind, werden "postfrisch" bezeichnet.
Sie sollten noch die originale Gummierung aufweisen. Leider sind zunehmend Postwertzeichen im Handel mit gefälschter, nachträglich wieder aufgebrachter Gummierung. So werden irrtümlich nicht entwertete und von ihren Postsachen abgelöste Postwertzeichen zur Wertsteigerung wieder "postfrisch" gemacht. Als gebraucht bezeichnet man die meist durch Stempel entwerteten Postwertzeichen (gestempelt). Durch Einlegen in Wasser kann man gebrauchte Postwertzeichen von ihrer Postsache trennen ("abweichen"). Dabei löst sich allerdings die rückseitige Gummierung auf. Es ist darauf zu achten, besonders starkfarbige Postwertzeichen möglichst separat abzuweichen, da es zu Ausfärbungen auf andere Werte kommen kann.

Entwertung:
Postwertzeichen werden durch Stempeln entwertet. Dabei unterscheidet man einfache "Tagesstempel" und "Rollenstempel" für die übliche Bedarfspost. Weiterhin gibt es "Sonderstempel", die entweder eine Beziehung zum gestempelten Postwertzeichen haben können, oder aber anlässlich eines besonderen Ereignisses für eine bestimmte Zeit verwendet werden. "Ersttagsstempel" dürfen nur am ersten Tag der Gültigkeit des aufgeklebten Postwertzeichens benutzt werden.

FDC:
Neu herausgegebene Postwertzeichen erscheinen an einem bestimmten, von der Postverwaltung des jeweiligen Staates bindend festgesetzten ersten Ausgabetag. Erst ab diesem Tag ist das Postwertzeichen frankaturgültig. Damit frankierte und an diesem Tag abgestempelte Postsendungen werden "Ersttags-Belege" genannt (FDC) = (First-Day-Cover). Ersttagsstempel, oft auf zu diesem Zweck eigens von der Postverwaltung oder von privater Seite hergestellten Sonderumschlägen oder Sonderkarten, benutzen manche Postverwaltungen am ersten Verwendungstag neuer Postwertzeichen-Ausgaben. Die Bezeichung "Ersttag" bzw. "FDC" bezieht sich auf alle Belege, also Umschläge oder Karten, die am ersten Tag der Gültigkeit der aufgeklebten Marke/ Marken abgestempelt werden, aber nicht auf lose gestempelte Briefmarken; dabei ist es gleichgültig, ob die "Belege" einen Sonderstempel oder den normalen Tagesstempel irgendeines Postamtes aufweisen, ob es sich um gefälligkeitsgestempelte "Belege" oder um echt gelaufene Sendungen handelt.